Bf3R Insights
Bf3R Insights ist eine Online-Seminarreihe des Deutschen Zentrums zum Schutz von Versuchstieren (Bf3R) mit dem Ziel, die vielfältigen Arbeitsthemen des Zentrums den ebenso vielseitigen Interessensgruppen näherzubringen. Sie können sich kostenfrei für einzelne oder auch mehrere Seminare anmelden. Bitte nutzen Sie dazu die Anmeldung auf der Webseite der BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung-Akademie: Externer Link:https://www.bfr-akademie.de/deutsch/veranstaltungen.html
Die Seminare werden für die geforderte regelmäßige Fortbildung zur Aufrechterhaltung (nicht Erlangung) der Sachkunde gemäß § 3 Abs.kurz fürAbsatz 2 Tierschutz-Versuchstierverordnung (TierSchVersV) anerkannt. Dafür wird angemeldeten Teilnehmenden im Anschluss an das jeweilige Seminar ein Teilnahmezertifikat elektronisch zugesandt. Es obliegt den Teilnehmenden sicherzustellen, dass die besuchten Seminare im Kontext mit dem persönlichen Forschungsschwerpunkt stehen und sich somit für die individuelle Fortbildung eignen.
Aufgezeichnete Vorträge finden Sie weiter unten auf dieser Webseite.
Aktuelles Programm Oktober 2026 bis März 2027
Termin: 13.10.2026, 15 bis 17:00 Uhr, online
Titel: Umfrageergebnisse des Stimmungsbarometers zum Genehmigungsverfahren von Tierversuchen in Deutschland
Referentin: Frau Dr. Céline Heinl, Bf3R
Die Zahl genehmigter Tierversuche in Deutschland sinkt in den letzten Jahren kontinuierlich. Ein diskutierter Grund für diesen Rückgang ist das als aufwendig empfundene Genehmigungsverfahren und eine damit einhergehende Verlagerung von Forschungsprojekten ins Ausland. Zwei bundesweite Online-Befragungen unter Forschenden und unter Genehmigungsbehörden haben Anfang 2026 das aktuelle Stimmungsbild erfasst sowie mögliche Ursachen für den Rückgang untersucht. Mit den Umfragen sollten darüber hinaus Verbesserungsmöglichkeiten identifiziert werden.
Die Ergebnisse zeigen eine breite Unzufriedenheit unter Forschenden mit dem bürokratischen Aufwand und lange Bearbeitungszeiten. Ein erheblicher Teil der Forschenden war bereits in Projekte mit Tierversuchen im Ausland involviert, oft motiviert durch Zeitersparnis und geringere administrative Hürden. Auf Seiten der Behörden wird ebenfalls das lange Genehmigungsverfahren, aber auch die Qualität der Tierversuchsanträge kritisch gesehen. Nahezu alle Teilnehmenden sowohl unter den Forschenden als auch unter den Genehmigungsbehörden sehen Reformbedarf.
Der Vortrag präsentiert die zentralen Befunde der Umfragen und zeigt mögliche Verbesserungsmöglichkeiten, die den Forschungsstandort stärken sollen, ohne den Tierschutz zu verringern.
Registrierung: Externer Link:https://www.bfr-akademie.de/deutsch/veranstaltungen/bf3r-insights-26-27.html
Termin: 03.11.2026, 15 – 17:00 Uhr, online
Titel: Schonender Umgang mit der Maus: Tunnel- und Cup-Handling
Referentin: Dr. Katharina Hohlbaum
Je nachdem, wie mit Tieren umgegangen wird, können dadurch Stress und Angst ausgelöst werden, wodurch das Wohlbefinden der Tiere beeinträchtigt und zudem Versuchsergebnisse beeinflusst werden. Daher ist es notwendig, die Mensch-Tier-Interaktion so schonend wie möglich zu gestalten. Bei Mäusen, den am häufigsten verwendeten Labortieren, haben sich das Tunnel- oder auch Cup-Handling als schonendere Alternative zu dem Griff am Schwanz bewährt.
In dem Vortrag werden Tunnel- und Cup-Handling zunächst anhand von Videos erklärt und Tipps zur praktischen Umsetzung gegeben. Anschließend werden ausgewählte Studien vorgestellt, in denen die Auswirkungen der verschiedenen Handlingmethoden untersucht wurden. Potenzielle Hürden, die vor der Implementierung innerhalb der eigenen Tierhaltung diskutiert und überwunden werden sollten, werden ebenfalls thematisiert. Generell erscheint es sinnvoll, dass die Einführung von Tunnel- und/oder Cup-Handling mit allen Beteiligten der eigenen Tierhaltung besprochen wird, damit alle Kolleginnen und Kollegen gemeinsam im Sinne der 3R an einem Strang ziehen.
Registrierung: Externer Link:https://www.bfr-akademie.de/deutsch/veranstaltungen/bf3r-insights-26-27.html
Termin: 15.12.2026, 15 bis 17:00 Uhr
Titel: Versuchstierzahlen Deutschland
Referent: Dr. Philipp Schwedhelm, Bf3R
In Deutschland wurden im Jahr 2024 rund 1,95 Millionen Tiere entweder für Tierversuche oder für Tötungen zu wissenschaftlichen Zwecken verwendet. Dazu kamen rund 1,1 Millionen Versuchstiere, die aus anderen Gründen getötet wurden. Die Zahlen gehen aus der jährlichen Versuchsstierstatistik hervor, die vom Deutschen Zentrum zum Schutz von Versuchstieren (Bf3R) des BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung ermittelt und veröffentlicht wird.
Demnach sind die Zahlen in nahezu allen Bereichen, für die Versuchstiere verwendet werden, seit dem Berichtsjahr 2019 kontinuierlich gesunken. Allein die Zahl der nicht verwendeten und getöteten Tiere hat sich seit der ersten Veröffentlichung im Jahr 2021 mehr als halbiert. Doch der Rückgang betrifft auch die Grundlagenforschung, für die im Vergleich die meisten Tiere verwendet werden, insbesondere genetisch veränderte Mäuse.
Die Entwicklung der Trends wird im Rahmen des Vortrags anhand der aktuellsten Meldedaten besprochen. Es werden insbesondere solche Entwicklungen betrachtet, die auf aktuelle Besonderheiten in der deutschen Forschungslandschaft hinweisen könnten. Auch langfristige Transformationsprozesse der biomedizinischen Forschung in Deutschland, beispielsweise der verstärkte Einsatz von Ersatzmethoden zum Tierversuch, aber auch Refinement-Maßnahmen, die zu einer Verringerung der Belastung der Tiere beitragen, sollen besprochen werden.
Registrierung: Externer Link:https://www.bfr-akademie.de/deutsch/veranstaltungen/bf3r-insights-26-27.html
Termin: 05.01.2027, 15 – 17:00 Uhr, online
Titel: UPDATE 2027: Künstliche Intelligenz bei der Literaturrecherche nach Alternativmethoden
Referent: Dr. Daniel Butzke, Bf3R, Berlin
Es gilt, sowohl bei der Planung als auch der Beantragung von tierexperimenteller Forschung, den aktuellen Stand des Wissens nach möglichen Alternativmethoden zu durchsuchen (§ 7a TierSchG). In diesem Webinar werden aktuelle Techniken vorgestellt, die für solche Recherchen zur Verfügung stehen. Der Fokus liegt auf der semantischen Suche und dem Retrieval Augmented Generation, welches Künstliche Intelligenz miteinbezieht. Alle Beispielrecherchen werden anhand freiverfügbarer Suchoberflächen durchgeführt und sind so für alle Teilnehmenden mit eigenen Beispielen nachvollziehbar.
Registrierung: Externer Link:https://www.bfr-akademie.de/deutsch/veranstaltungen/bf3r-insights-26-27.html
Termin: 02.03.2027, 15 bis 17:00 Uhr
Titel: Validierung von NAMs – Was braucht es für den Weg in die regulatorische Anwendung?
Referentin: Dr. Sophie Rigal, Bf3R
Die Validierung ist ein entscheidender Schritt, um New Approach Methodologies (NAMs) von der wissenschaftlichen Entwicklung in eine verlässliche und regulatorisch akzeptierte Anwendung zu überführen. Sie ermöglicht die systematische Bewertung von Zuverlässigkeit und Relevanz neuer Testmethoden und schafft damit eine wichtige Grundlage für deren Akzeptanz.
Der Vortrag gibt zunächst einen kurzen Überblick über grundlegende Prinzipien und Anforderungen an die Validierung. Anschließend werden am Beispiel des am Bf3R im Aufbau befindlichen Validierungszentrums Bf3R VALIDITIE die für eine erfolgreiche Validierung von NAMs erforderlichen Strukturen und Unterstützungsangebote vorgestellt. Im Fokus stehen dabei insbesondere die wissenschaftlich-technische Beratung, Planung, Koordination und Durchführung von Validierungsstudien, standardisierte Dokumentationen und Qualitätsmanagement, die Auswahl geeigneter Prüfchemikalien sowie die Einreichung in das OECD Prüfrichtlinienprogramm.
Anhand bestehender Erfahrungen wird erläutert, welche Herausforderungen bei der Validierung von NAMs bestehen und wie ein spezialisiertes Validierungszentrum dazu beitragen kann, diese zu adressieren und die Etablierung neuer, tierversuchsfreier Methoden zu unterstützen.
Registrierung: Externer Link:https://www.bfr-akademie.de/deutsch/veranstaltungen/bf3r-insights-26-27.html
Vergangene Veranstaltungen
Referentin: PDkurz fürPrivatdozent Dr. Bettina Bert, Bf3R - Leitung der Fachgruppe “Tierschutz, Wissenstransfer und Nationaler Ausschuss” am BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung
Die Aufzeichnung des Vortrags vom 7. Oktober 2025 finden Sie auf YouTube unter diesem Link: Externer Link:https://youtu.be/2TuIJRHVMPQ
Zur Eröffnung der Online-Seminarreihe Bf3R Insights stellt Frau Dr. Bert das Deutsche Zentrum zum Schutz von Versuchstieren (Bf3R) mit seinen Aufgaben vor.
Weitere Informationen:
Referentin: Dr. Céline Heinl, Bf3R
Die Aufzeichnung des Beitrags vom 7. Oktober 2025 finden Sie auf YouTube unter diesem Link: Externer Link:https://youtu.be/3eVyye1KicU
Zusammenfassung
Präregistrierung von Tierstudien verstehen: Nutzen und Praxis.
Die Präregistrierung, bei der ein Studienplan vor ihrer Durchführung registriert wird, fördert Transparenz und Robustheit und vermeidet ungewollte Dopplung von Studien. Präregistrierung ist in der klinischen Forschung bereits seit vielen Jahren gängige Praxis und gewinnt nun auch in der Tierforschung zunehmend an Bedeutung. Präregistrierung unterstützt den einzelnen Forschenden bei der experimentellen Planung und verbessert dabei die Qualität des Forschungsbereichs.
Die Plattform Externer Link:animalstudyregistry.org vereinfacht den Prozess der Präregistrierung, indem sie ihn zugänglich, flexibel, schnell und sicher machen. In diesem Seminar erfahren Sie mehr über die zahlreichen Vorteile der Präregistrierung und praktische Hinweise zur Nutzung von animalstudyregistry.org.
Weitere Inforamtionen:
https://www.bf3r.de/angebote/fuer-wissenschaftlerinnen-und-wissenschaftlter/animalstudyregistryorg/
Referentin: PDkurz fürPrivatdozent Dr. Bettina Bert, Bf3R - Leitung der Fachgruppe “Der Nationaler Ausschuss”
Die Aufzeichnung des Beitrags vom 4. November 2025 finden Sie auf YouTube unter diesem Link: Externer Link:https://youtu.be/1uTwu9QbqhY
Zusammenfassung
Seit 2013 nimmt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung) die Aufgaben des Nationalen Ausschusses zum Schutz von für wissenschaftliche Zwecke verwendeten Tiere (kurz: Nationaler Ausschuss) wahr. Zu den Aufgaben zählen die Beratung von Genehmigungsbehörden und Tierschutzausschüssen zu Fragen zu Erwerb, Zucht, Unterbringung, Pflege und Verwendung von Tieren. Der Nationale Ausschuss gewährleistet, dass diesbezüglich ein Austausch über bewährte Praktiken in Deutschland stattfindet und tauscht innerhalb der Europäischen Union Informationen über die Arbeitsweise der Tierschutzausschüsse, die Projektbeurteilung sowie über bewährte Praktiken aus.
Im Vortrag werden die Struktur und Arbeitsweise sowie aktuelle Themen des Nationalen Ausschusses vorgestellt.
Weitere Informationen finden Sie auch hier:
Referent: Dr. Philipp Schwedhelm, Bf3R, Berlin
Die Aufzeichnung des Beitrags vom 3. Februar 2026 finden Sie auf YouTube unter diesem Link: Externer Link:https://youtu.be/g_Sd_afgTCY
Zusammenfassung
Auf AnimalTestInfo werden seit November 2013 nichttechnische Projektzusammenfassungen (kurz: NTP) genehmigter Tierversuchsvorhaben in Deutschland veröffentlicht. Antragstellende sind verpflichtet, dem Antrag auf Genehmigung eines Tierversuchsvorhabens eine allgemein verständliche Zusammenfassung ihres Vorhabens beizufügen. Seit 2015 können NTPs digital erstellt und für die Veröffentlichung freigegeben werden. Gemäß gesetzlicher Vorgabe obliegt dem BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung die Aufgabe der Veröffentlichung der NTPs und die Meldung dieser an die zentrale Datenbank der EU-Kommission (ALURES).
Im Vortrag wird dargestellt, wie Sie bei der Erstellung einer NTP und deren Änderungen vorgehen. Außerdem gibt es praktische Hinweise zur Verfassung einer allgemein verständlichen NTP inklusive der vorteilhaften Effekte, die eine gut geschriebene NTP nach sich zieht.
Weitere Informationen finden Sie auch hier:
Referent: Dr. Kai Diederich, Bf3R, Berlin
Die Aufzeichnung des Beitrags vom 3. März 2026 finden Sie auf YouTube unter diesem Link: Externer Link:https://youtu.be/SgyANqWSvPU
Open Science in der tierexperimentellen Forschung – die Open Science Toolbox
Die translationale biomedizinische Forschung stützt sich auf Tierversuche und liefert die grundlegenden Praxisnachweise für klinische Studien. Dadurch unterliegen translationale Forscher einer erhöhten Sorgfaltspflicht, um aus jedem Experiment den größtmöglichen Nutzen zu ziehen. Die Umsetzung von Open-Science-Praktiken hat das Potenzial, einen Wandel in der Forschungskultur einzuleiten. Dieser könnte die Transparenz und Qualität der translationalen Forschung im Allgemeinen verbessern sowie die Reichweite und wissenschaftliche Bedeutung veröffentlichter Forschungsergebnisse erhöhen. Allerdings ist Open Science in der wissenschaftlichen Gemeinschaft zu einem Schlagwort geworden, das in der praktischen Umsetzung oft sein Ziel verfehlt.
Die Open Science Toolbox bietet einen umfassenden Überblick über Open-Science-Praktiken, die in allen Phasen des Forschungsprozesses – von der Studienplanung über Datenerhebung und -analyse bis hin zu Publikation und Dissemination – angewendet werden können. Sie unterstützt Forschende dabei, Transparenz und Qualität ihrer Arbeit zu erhöhen. Da sich Open-Science-Praktiken kontinuierlich weiterentwickeln, wird die Toolbox fortlaufend aktualisiert, um aktuelle Entwicklungen und bewährte Verfahren zu berücksichtigen.
Am 14.04.2026 von 15:00 bis 17:00 Uhr, online
Referent: Dr. Daniel Butzke, Bf3R, Berlin
Das Seminar wurde nicht aufgezeichnet.
Künstliche & menschliche Intelligenz bei der Literaturrecherche nach Alternativmethodenkandidaten
Es gilt, sowohl bei der Planung, als auch der Beantragung von tierexperimenteller Forschung den aktuellen Stand des Wissens nach möglichen Alternativmethoden zu durchsuchen (TierSchG§7a). In diesem Webinar werden aktuelle Techniken vorgestellt, die für solche Recherchen zur Verfügung stehen. Alle Beispielrecherchen werden in kostenlosen Suchoberflächen (PubMed, SMAFIRA) durchgeführt und sind so für alle Teilnehmenden mit eigenen Beispielen nachvollziehbar.
Download:PräsentationKuenstliche_menschliche_Intelligenz_de_2026.pdf (PDF, 8 B, nicht barrierefrei)
Weitere Informationen finden Sie auch hier:
Am 05.05.2026 von 15:00 bis 17:00 Uhr, online
Referent: Dr. Elisa Wistorf, Bf3R, Berlin
Die Aufzeichnung des Beitrags vom 5. Mai 2026 finden Sie in Kürze auf YouTube.
Die ZEBET (Zentralstelle zur Erfassung und Bewertung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden zum Tierversuch) am Bundesinstitut für Risikobewertung berät Genehmigungsbehörden zu Alternativmethoden zu Tierversuchen (nach §46 TierSchVersV). Auf Basis der Erfahrungen der vergangenen Jahre wird vorgestellt, wie der Beratungsprozess praktisch abläuft, welche Aspekte typischerweise geprüft werden und welche Erwartungen Behörden an diese Unterstützung haben können. Darüber hinaus werden aktuelle Entwicklungen in der wissenschaftlichen Landschaft beleuchtet, z.B. die Verfügbarkeit innovativer In-vitro-Modelle wie Organoid-Systeme, die die Bewertung von Tierversuchsanträgen zunehmend beeinflussen. Ein weiterer Fokus des Vortrags liegt auf häufig beobachteten Herausforderungen in Anträgen sowie auf Möglichkeiten zur Verbesserung der Antragstellung. Ziel ist es, ein besseres Verständnis für den Beratungsprozess zu schaffen, Transparenz über die Arbeitsweise des Bf3R zu bieten und Impulse für eine qualitativ hochwertige Suche nach Alternativmethoden zu geben.
Weiterführende Informationen:
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